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Am 13. Februar 1965 erblickten die Zwillingsbrüder Nikolai und Juri Sawitschew in Moskau das Licht der Welt. Die Eltern, Zoja und Nikolai Sawitschew, sind Kranführerin und Chef der Betriebssicherheit bei einer Firma für Maschinenbau und Lagertechnik gewesen. Zusammen mit ihrer 10-jährigen Tochter Galina erwarteten sie eigentlich nur die Geburt eines weiteren Kindes. Doch stattdessen kamen die Zwillinge zur Welt: zuerst Nikolai und 25 Minuten später Juri.

„Mein Zwillingsbruder Nikolai und ich sind uns heute noch uneins, wer von uns beiden der „ältere“ ist“, sagt Juri Sawitschew. „Für die Eltern war immer Nikolai der große Bruder. Er hat immer das Taschengeld für uns beide bekommen und stets wurde ihm der Wohnungsschlüssel anvertraut.“

„Mein Bruder war immer ein bisschen schneller als ich: Er hat früher angefangen Fußball zu spielen, er hat früher geheiratet, er hat zwei Kinder und die sind beide älter als mein einziger Sohn.“

Von 1972 bis 1982 haben die Brüder die Moskauer Grund- und Realschule besucht. Sehr zum Verdruss der Lehrer: Sie konnten die Brüder nur schwer oder gar nicht auseinander halten. Im Anschluss an die Schule hat Juri zwei Jahre lang die Technische Universität in Moskau besucht. Von 1985 schloss sich dann für drei Jahre noch ein Studium bei dem Sportinstitut Malachowka an.

Dann kam das Jahr 1988: Für Juri wohl das wichtigste Jahr seines Lebens! Zunächst beendete er seine Hochschulausbildung mit dem Bestehen der Prüfung zum Fußballtrainer Stufe B. Dann wurde Juri ein Erlebnis zuteil, dass nur ganz wenigen Menschen auf der Erde mit ihm teilen: die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Doch beinahe wäre es gar nicht dazu gekommen! Fünf Monate vor dem Beginn der Spiele in Seoul brach sich Juri den linke Fuß bei einem Gruppenqualifikationsspiel gegen die Türkci und musste sich in Moskau einer Operation unterziehen. Dabei setzten die Ärzte eine Metallplatte in den Fuß ein, die erst nach der Olympiade wieder entfernt wurde.

Mit dieser Metallplatte im Fuß spielte Juri für die sowjetische Nationalmannschaft in Südkorea. Die sowjetischen Fußballer erreichten das Finale. Der Gegner: niemand Geringeres als die Nationalequipe aus Brasilien. Mit Kampfgeist, Mut und sportlichem Können schafft Juris Mannschaft in der regulären Spielzeit ein Unentschieden ( 1:1). Die Mannschaften mussten in die Verlängerung. Juri war noch im Spiel. Und schoss in der 105. Minute das alles entscheidende Tor zum 2:1. Die sowjetische Mannschaft war der Goldmedaillengewinner 1988! Da war Juri erst 23 Jahre alt.

Nach der Olympiade hat Juri bis zum Ende der Saison bei seinem Club „Torpedo Moskau“ gespielt. In dieser Saison hat Torpedo den dritten Platz in der sowjetischen Meisterschaft erreicht.

Das letzte entscheidende Ereignis im Jahre 1988 fand am 24. Dezember statt. Juri heiratete seine Frau Elena. Im Mai 1990 kam dann sein Sohn Juri junior zur Welt.

Als Juri die Sowjetunion verlassen und als Profi im Ausland spielen durfte, ging er 1990 zur Mannschaft „Olympiakos Piräus“ in Griechenland. Bis 1992 ist er mit der Mannschaft zwei Mal griechischer Vizemeister geworden und hat einmal den griechischen Pokal geholt.

Dann entschied Juri, seine Karriere in Deutschland fortzusetzen. Von 1992 bis 1994 spielte er beim 1.FC Saarbrücken. Anschließend wechselte er zum FC St. Pauli und stieg mit dem Verein in die Erste Liga auf und wieder ab. Juri zeigte dort noch fünf Jahre sein Können – sehr zum Gefallen der Fans im Millerntorstadion, die ihn in ihr Herz geschlossen hatten. Doch im Jahre 2000 musste Juri dann nach mehreren schweren Verletzungen mit Fußballspielen aufhören. Im – für Profifußballer – „greisenhaften“ Alter von 35 Jahren.

Heute lebt Juri mit seiner Frau und seinem Sohn in Norderstedt an der Grenze zu Hamburg. Der geeignete Ort für seine Hobbies. In der Nähe gibt es mehrere Seen, um zu angeln und der Wald ist nicht fern, um im Herbst auf Pilzsuche zu gehen und regelmäßig zu joggen. Inzwischen hat er sowohl den DFB-Trainerschein B als auch A und sucht einen Verein, wo er als Trainer tätig werden kann.